Lesermeinungen
Nicht mehr hinschauen?
Was haben wir uns schon über Notengebungen geärgert. Das letzte Mal war es in Le Lion d’Angers. Ein prominentes Beispiel: Bettina Hoy ritt ihr Dressurprogramm und die eigenen Kollegen lachten lauthals auf der Tribüne über die sehr generöse Notengebung des fehlerhaften Programms.
Hat jemand offiziell reklamiert? Sicher nicht. Wenn eine Reiterin oder Reiter sich einen Namen in der Vielseitigkeit oder Dressur gemacht haben, wird einfach mit anderen Maßstäben gerichtet. Was will man machen? Als Begleiter der Reiter einfach nicht mehr hinschauen, da wir ja trotzdem nichts ändern können? Uns auf die Busch-Strecke und das Springen freuen, wo anschliessend alles klar ist?
H. Keller
Unglaubliche Notengebung
Schauen Sie einmal die Dressurresultate des 2*-Events in Radolfzell an: Richter bei E wertet eine Reiterin mit Rang 49 und der andere bei C mit Rang 2! Nochmals ein Beispiel: Der Richter bei E benotet eine Reiterin auf Rang 9 und der Richter bei C auf Rang 57!
So könnte ich Ihnen noch mehrere Resultate auflisten! Es gab jedoch auch ein paar wenige Resultate, in denen sich die Richter beinahe einig waren.
Darum: Sei es in England, Deutschland, Frankreich oder in der Schweiz, Reiter oder Zuschauer sind momentan gegen solch unglaubliche Notengebungen machtlos. Überall wo Noten verteilt werden, sind Wettkämpfer auf die Gunst der Richter angewiesen – und dies ist manchmal schon frustrierend.
Ursula Bürgi
Gleitsichtgläser benötigt?
Leider kommt es ja häufig vor, dass man sich fragt, nach was denn in der Dressur eigentlich bewertet wird. Nach Bekanntheitsgrad? Nach Name des Reiters oder des Pferdes? Nach persönlichen Geschmack? Nach der Durchschnittsleistung der vergangen Turniere? Oder wird eine Pauschal-Beurteilung (bei jeder Lektion zwischen 6 oder 7) erteilt?
Man wünscht sich eigentlich ein faires, objektives Richten, nachdem die aktuelle Leistung im Viereck beurteilt wird.
Gerade im Topsport, wie kürzlich in Badminton, sollte man voraussetzen können, dass dort qualifizierte Richter/innen sitzen, wo grobe Fehlentscheidungen eigentlich kein Thema sein dürften. Wenn eine Lektion nicht gezeigt wurde oder nur angedeutet, wieso dann nicht eine Note zwischen 0 und 2? Und scheint eine Lektion nahezu perfekt ausgeführt worden zu sein, warum mal nicht die 9 oder 10 auspacken?
Spannend wird auch oft der Vergleich der Protokolle. Natürlich sehen die Richter auf der kurzen Seite aus einer anderen Perspektive als z. B. der Richter Mitte der langen Seite. Wenn aber ein und dasselbe Paar auf die gleiche Lektion jeweils einmal die 4 oder 5 und einmal die 8 bekommt, dann frage ich mich, ob evtl. Gleitsichtgläser benötigt werden oder ob der/die andere gerade etwa gar nicht anwesend war.
Über die Saison verteilt gesehen gleicht es sich dann doch immer wieder aus. Mal fühlt man sich zu schlecht bewertet; das andere Mal freut man sich über mehr Punkte als erwartet. Wenn mir ein/e Richter/in die Benotung nachvollziehbar begründen kann, bin ich zufrieden und werde an den Fehlern arbeiten, die ich selbst bis dato nicht entdeckt hatte. Leider wird aber von den Reitern zu wenig nachgefragt! Vermutlich aus Angst, evtl. auf nachfolgenden Turnieren deswegen schlechter beurteilt zu werden oder nicht „auffallen wollen“…
Andererseits möchte ich auch nicht mit den Richtern tauschen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, 60 Dressuren zu richten und bei allen 60, bei jeder Lektion 100%ig hinter der gegebenen Note stehen zu können.
Simone Kretschmer
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