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Sophie Grieger und Windrose blieben an Hinderniskomplex 19 zwar fehlerfrei, aber auch sie sahen nicht gerade lehrbuchmäßig aus (Foto Julia Rau) |
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Fürstenau-Lonnerbecke/Kritik am Gelände "Das war eine absolute Standardabfrage" VON WOLF-DIETRICH NAHR Einen Tag nach der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Rahmen eines CIC** in Fürstenau-Lonnerbecke gibt es Diskussionen in der Buschreiter-Szene über den Verlauf und das Endergebnis der Prüfung. Die Ausfallrate und die Bedingungen im Cross stehen nach Informationen von buschreiter.de in der Kritik. "Was ist eine schlechte Quote?", fragte Course Designer Matthias Otto-Erley am Montag eher rhetorisch im buschreiter-Interview. Und er versprach, sich eingehend mit dem CIC**-Resultat analytisch zu befassen. Jedenfalls wollte er den Vorwurf nicht ohne weiteres unwidersprochen lassen, dass die Prüfung im Gelände allzu sehr ihren Tribut gefordert habe."Das Ergebnis ist nicht so verkehrt", sagte Matthias Otto-Erley und verwies auf die nach seinen Aufzeichnungen nur vier Stürze im CCI* und im CIC**. Und diese hätten ausschließlich Reiter betroffen; es sei kein Pferd zu Boden gegangen. "Pferdestürze zu verhindern ist das oberste Gebot", so der Course Designer im buschreiter-Interview. 23 Paare aus dem Rennen Die Redaktion hat einstweilen eine Ergebnisanalyse versucht: Demnach schieden 23 Paare mit einem Dressurergebnis vorzeitig aus, während am Ende 35 Paare in der Wertung waren. Die Fakten: Zwei Reiter zogen ihre Pferde vor dem Cross zurück. Fünf Kombinationen gaben im Gelände nach Verweigerungen auf. Sieben Paare wurde zwischen den festen Hindernissen nach diversen Verweigerungen disqualifiziert. Sechs Reiter entschlossen sich, ihre Pferde nach dem Cross erst gar nicht zur Verfassungsprüfung vorzustellen. Ein Paar wurde vor dem Springen aus dem Rennen genommen. Zwei weitere Teilnehmer schieden überdies im Parcours aus – in einer Zwei-Sterne-Prüfung ein sehr ungewöhnlicher Vorgang. Dibo, Meier, Hoy Im weitesten Sinne "auf der Strecke" blieben so unter anderem Andreas Dibowski (mit FRH Butts Avedon und Songline), Kai-Steffen Meier (mit Lacorna und Pretty Darling CD) und Bettina Hoy mit Designer. Störende Elemente Andreas Dibowski führte diese Quote – auf Anfrage von buschreiter.de – auf mehrere Faktoren zurück. Vor allem zu Beginn der Geländestrecke sei die Linienführung sehr eng gewesen, wobei sich manches Ein-Sterne-Hindernis beim Anreiten der Zwei-Sterne-Efforts als störend erwiesen habe. Außerdem sei der sandige Waldboden nach den zahlreichen Startern tief und aufgewühlt gewesen. Dibowski kritisierte zudem den tiefen Boden an den Absprung- und Landestellen. "Ich war die meiste Zeit damit beschäftigt, vor dem Hindernis einen geeigneten Absprungpunkt zu finden", sagte der Profi im buschreiter-Interview. Diskussionen beim Briefing Dass sich der Hinderniskomplex 19a/b als Klippe entpuppen würde, ist nach Ansicht von Andreas Dibowski "vorhersehbar" gewesen. Laut offiziellem Fence Report gab es an 19b, einer schräg gestellten Hecke, 14 (in Worten: vierzehn) Verweigerungen, an 19 a waren es zwei Stopps. Andreas Dibowski berichtete, er habe gemeinsam mit Reitersprecherin Marina Köhncke beim Briefing die Bitte vorgetragen, dass das B-Element mit Hilfe eines Baumstamms eine bessere Begrenzung erfahren sollte. Der Technische Delegierte Rüdiger Schwarz und Course Designer Matthias Otto-Erley hätten sich beraten und danach entschieden, das Hindernis in der vorgeschlagenen Weise nicht zu verändern. "Uns ist nicht egal, was die Reiter sagen" Otto-Erley bestätigte diese Darstellung im Prinzip, trat aber dem Eindruck entgegen, den Offiziellen sei etwa "egal was die Reiter sagen". Immerhin sei die Grundlinie des Hindernisses deutlicher hervorgehoben worden; außerdem sei der springbare Bereich des Elements nach links verbreitert worden. Zutreffend sei allerdings, dass an der Linienführung nichts verändert und auch der gewünschte Begrenzungsbaum nicht platziert worden sei. "Sinnvolle Alternative nicht machbar" Allerdings hätten sich die Verantwortlichen intensiv Gedanken darüber gemacht, an 19 eine Alternative anzubieten. Doch man habe dann darauf verzichtet, weil ein Chicken Way am Ende der Geländestrecke möglicherweise ermüdeten Pferden den Rhythmus genommen hätte. "Eine sinnvolle Alternative war nicht machbar", sagte Matthias Otto-Erley. "Anspruchsvolle Zwei-Sterne-Prüfung" Im übrigen sei er als Course Designer mit der Aufgabe konfrontiert worden, für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft und die EM-Sichtung der Jungen Reiter eine "anspruchsvolle Zwei-Sterne-Prüfung" zu kreieren. Die Kombination 19 a/b sei in diesem Kontext eine "absolute Standardabfrage" gewesen, so Matthias Otto-Erley. Bodenaustausch in Etappen Gegen die Kritik an den Bodenverhältnissen nahm der Course Designer den Veranstalter in Schutz: Schon nach dem ersten Turnier sei auf einem Teil der Strecke ein Mergel-Mutterboden-Gemisch aufgebracht und eingesäht worden. Dies sei dann anlässlich des folgenden Turniers auf einer anderem Teilstrecke auch geschehen. Die Bodenverbesserung sei ja auch von vielen Reiter durchaus gelobt worden. Allerdings lasse sich der komplette Bodenaustausch nun einmal nicht in einem Jahr finanzieren. Lesermeinungen Gesamtaufmachung großartig, Ergebnis traurig Dem kritischen Bericht kann ich nur voll und ganz zustimmen! Ich selbst war vor Ort, meine Tochter am Start. Allerdings muss auch gesagt werden, dass Lonnerbecke als Austragungsort von der Gesamtaufmachung großartig war und in Deutschland seinesgleichen sucht. Alle Hindernisse waren aufwendig gestaltet, und der Veranstalter hat keine Mühen gescheut, einen würdigen Rahmen zu setzen. Um so trauriger ist das Ergebnis, insbesondere im CIC**. So schön der Geländeparcours gestaltet war, so wenig schön ließ er sich reiten. Das erste Drittel der Stecke ging über sehr enge und teils kurvige Waldwege, wo der Boden im Verlauf der Prüfung immer tiefer wurde. Ein freies und fröhliches Aufgallopieren der Pferde war kaum möglich. Völlig unverständlich war die so genannte "Standardabfrage" 19a/19b als vorletztes Hindernis nach 29 Sprüngen 100 m vor dem Ziel! Alleine hier 16 Verweigerungen und sehr unschöne Bilder sprechen eine eigene Sprache! Am nächsten Tag sind von 58 Paaren auf der Startliste nur noch 36 (!)zum abschließenden Springen angetreten! Wenn man für ein Championat selektieren will, mag dies ein Weg sein, für eine Mannschaftsprüfung ist es ein Desaster! Hier und an vielen anderen Stellen hätte man Alternativen anbieten müssen, und zwar nicht erst nach einer Verweigerung! Das Ziel muss doch sein, dass Mannschaften, die aus "normalen" **-Reitern bestehen, auch die Chance haben, geschlossen das Ziel zu erreichen. Die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der letzten Jahre sind dem meist nicht gerecht geworden und haben oft nur ein Schattendasein im Rahmen irgendwelcher "Selektionen" gefristet. Dieses Jahr mussten die Mannschaftsreiter sogar schon am Donnerstag zur Dressur antreten! Man darf sich deshalb nicht wundern, dass nur 5 Mannschaften angetreten sind! Der Veranstalter hat dies nicht verdient! Soll die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft eine Zukunft haben, muss sie für die Reiter wie die Veranstalter wieder attraktiv werden. Die Verantwortlichen in Warendorf müssen sich schnellstmöglich etwas einfallen lassen! Joachim Sommer, Pferdehof Gut Waitzrodt, 34376 Immenhausen
Nationales Championat in Gefahr Ich kann Herrn Sommer nur beipflichten und hoffe, es gibt weitere Reaktionen, damit sich die Verantwortlichen für den Geländeaufbau und Warendorf als Ausrichter der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft einmal Gedanken um die Zukunft dieser Veranstaltung machen. In Sahrendorf 2009 waren neun Teams am Start und im vergangenen Jahr reisten noch 10 Landesverbände zur DMM nach Hünxe. Natürlich können immer mal Pferde/Reiter ausfallen und damit Verbände auf einen Start verzichten, die nicht genügend qualifizierte Paare haben. Aber gleich ein Rückgang um 50% bei der Meldung muss doch einen Grund haben. Baden-Württemberg (4. Platz 2010), Sachsen, Hessen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verzichteten in diesem Jahr. Gab es dort schon eine leise Vorahnung, was sie in Lonnerbecke erwarten würde? Aus Sicht des Bundestrainers für den Nachwuchsbereich ist es verständlich, dass er seine potentiellen EM-Kandidaten mit einer Prüfung sichten möchte, die vom Niveau her an das internationale Championat reicht. Aber warum muss dies innerhalb der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften geschehen? Wenn dies nicht ganz schnell geändert wird, kann man dieses nationale Championat bald beerdigen und das wäre mehr als traurig. Aus den Stellungnahmen des Aufbauers und des Reitersprechers entsteht für den Außenstehenden einmal mehr der Eindruck, dass hier kein wirklicher Dialog stattgefunden hat, und die Begründung, weshalb an der Kombination 19 keinen Alternative angeboten wurde, spricht Bände. Rainer Leymann, Aachen
Lustlose Betreuung Irgendwie habe ich das Gefühl, als ob eine Veranstaltung wie die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften von den Offiziellen aus Warendorf nicht richtig ernst genommen wird. Ein sehr engagierter Veranstalter muss nun mit Kritik und relativ schlechtem Nennungsergebnis leben, weil er sich darauf verlassen hat, dass er nach allen Kräften aus WAF unterstützt wird – leider falsch gedacht. Beratung in Bezug auf den Termin wäre wichtig gewesen. Der Boden hätte vorher und spätestens im Verlauf auffallen müssen – allerdings ist uns beispielsweise kein engagierter TD aufgefallen, der im Gelände unterwegs ist und seinen Beitrag zu gutem Sport leistet. Die lustlos wirkende Betreuung einer solchen Veranstaltung ist sehr traurig – für den Veranstalter, die Reiter und leider auch die Sponsoren. A. Schönau |
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