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Grenzlandcup-Austragungsort war 2011 unter anderem St. Martin im österreichischen Mühlviertel. Die Serie wird es in 2012 nicht geben (Foto: privat)

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Bayerisch-österreichischer Grenzlandcup

Aus der Traum vom kleinen Buschreiter-Grenzverkehr

VON WOLF-DIETRICH NAHR

In der Saison 2012 wird es nach Informationen von buschreiter.de keine Neuauflage des Grenzlandcups geben.

Auf der Internetseite der "inter-nationalen" Turnierserie www.grenzlandcup.eu ist zwar bereits die Ausschreibung für den 6. Grenzlandcup 2012 veröffentlicht. Aber diese Informationen sind offensichtlich überholt: Der Hauptorganisator auf bayerischer Seite, Siebert Goebel, erklärte im buschreiter-Interview, letztlich sei es nicht gelungen, dieseits der Grenze drei Veranstalter zu finden, die an der Cupserie mitwirken wollten. In Österreich dagegen hatten bereits vier Veranstalter ihre Mitwirkung erklärt.

Nationale A-Prüfungen

Bei den Turnieren handelt es sich durchwegs um Veranstalter nationaler Prüfungen. In den Cup sollten in diesem Jahr Prüfungen der Klassen A-leicht und A einbezogen werden. Die Veranstalter hätten angesichts der geringen Starterzahlen diesmal auf eine VL-Wertung verzichtet.

Die Organisatoren des Grenzlandcups erklären die rückläufige Teilnehmerzahl auf bayerischer Seite auch mit dem Umstand, dass die zuständige Landeskommission auf dem aufwändigen Prozedere einer Auslandsstartgenehmigung wie bei der Teilnahme an einer internationalen Prüfung besteht. Landestrainer Peter Wagner habe ausdrücklich erklärt, dass er auch 2012 von den Teilnehmern des Grenzlandcups entsprechende Erfolge verlangen werde, bevor er deren Start in Österreich erlaube, hieß es in Veranstalterkreisen.

Ein Fall fürs Olympiade-Komitee

In der Praxis bedeutet dies, dass Teilnehmer an E/A-Kombinierten Prüfungen die Starterlaubnis des Landestrainers brauchen und bei der FN bzw. dem DOKR in Warendorf nennen müssen, bevor sie bei den kleinen Prüfungen im grenznahen österreichischen Nachbarland an den Start gehen dürfen.

Endmaß-Parcours zum Einstieg

In der Vergangenheit war es den Cupteilnehmern auch bei einzelnen Turnieren nicht gerade leicht gemacht worden. 2009 beispielsweise sahen sich die Vielseitigkeits-Aufsteiger im bayerischen Pfeffenhausen bei einer E/A-Vielseitigkeitsprüfung beim Springen mit einem extrem schweren A-Endmaß-Parcours konfrontiert. Entsprechend hoch war zu Beginn der Saison die Ausfallquote – aus der Traum von der Cup-Teilnahme.

Neben dem Parcourschef Siegfried Adler führte dort unter anderem Landestrainer Peter Wagner als Richter Regie.

Buschreiter-Archiv: Ausschreibung Pfeffenhausen 2009

Ihre Meinung zum Thema?

Lesermeinung

Erfüllungsgehilfe der FN

Herr Peter Wagner, Sprecher des Fachbeirats Vielseitigkeit, bat mich, zu Ihrem Artikel vom 31.01. „Aus der Traum vom kleinen Buschreiter-Grenzverkehr“ aus Sicht der LK Bayern Stellung zu nehmen.

Herr Wagner ist quasi Erfüllungsgehilfe der FN.  Frau Kostka in Warendorf wird Ihnen bestätigen, dass die FN sehr wohl Wert darauf legt, dass vor Genehmigung eines Auslandstarts in der Vielseitigkeit, auch wenn es sich „nur“ um Prüfungen im unteren Bereich handelt, geprüft wird, ob der Reiter bzw. das Paar bereits Erfolge im Inland erzielt hat. Eigentlich ist der Bundestrainer gefragt, der jedoch nicht über die Leistungen der einzelnen Reiter im unteren Bereich Bescheid wissen kann und sich deshalb der Landestrainer bedient.

Dass diese Überprüfung notwendig ist bestätigen Sie quasi selbst, in dem Sie über die hohen Anforderungen in Pfeffenhausen im Springen schreiben.

Wir glauben auch nicht, dass diese „bürokratischen Hemmnisse“ dazu geführt haben, dass es 2012 zu keiner Neuauflage gekommen ist; vielmehr haben die Veranstalter kein Interesse mehr gehabt.

Michael Hohlmeier

Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes

 

Bürokratische Hemmnisse

Ich finde das schade, die Begründungen natürlich nachvollziehbar. Sowohl von Teilnehmer- als auch aus Organisationssicht.

Leider tun sich die Serien für "Randgruppen" ja alle sehr schwer: bundesweit der Hunter-Cup (der lt. LPO als Parcours- aber auch durchaus als Buschevent für Senioren denkbar wäre), aber auch die Silver Busch Trophy hatte keine Überlebens-Chance. Wie gesagt: schade.

Denn die sehr sportlich bis professionell reitende Zielgruppe, die in L/CIC* und mehr an den Start geht, ist natürlich in den o.g. Prüfungen nicht avisiert. Und für die "anderen" wäre es schön, wenn es auf den oben beschriebenen Niveaus gute Prüfungen für guten Sport geben könnte. Und das möglichst ohne derlei bürokratische Hindernisse. Da wir künftig allein demografisch bedingt immer weniger Jugendliche, dafür aber mehr Senioren haben werden, sollte man hier wirklich nach Lösungen suchen.

Wiebke Schüller

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