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Ein Paar, das viele gerne bei den Weltreiterspielen sehen würden: Simone Deitermann und Free Easy NRW, hier in Badminton (Archivfoto Trevor Holt für buschreiter.de)

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Weltcup-Event Malmö 2010/WM-Sichtung

"Alle liegen noch gut im Rennen"

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die vorletzte WM-Sichtung für die deutschen Longlist-Reiter beim Weltcup-Turnier im schwedischen Malmö hielt für alle Kentucky-Aspiranten die Option für ein Ticket offen.

"Es liegen alle noch gut im Rennen", fasste Bundestrainer Hans Melzer das Sichtungsturnier in Malmö am Sonntag im buschreiter-Interview zusammen. Ansonsten hielt sich der Chefcoach der deutschen Equipe mit weitergehenden Bewertungen zurück, die etwa darauf schließen lassen würden, welche sechs Paare schließlich in die USA fliegen dürfen. Melzer: "Nominiert wird nach Schenefeld."

"Nachsitzen" für Aachen

Erklärtermaßen war der CIC***-W in Schweden auch als Termin für diejenigen Pferde und Reiter gedacht, die "nachsitzen" mussten – weil sie in Aachen (teils durch widrige Umstände)keine optimale Präsentation hatten oder verletzungsbedingt in der Soers nicht beenden konnten.

Simone Deitermann schloss in Malmö mit dem Badminton-Überflieger Free Easy NRW als Runner Up ab. Die Amazone musste nur dem schwedischen EM-Paar Niklas Lindbäck/Mr. Pooh den Vortritt lassen. Sie war in Aachen nach dem spetakulären Crash von Clayton Ferdericks mit Be My Guest angehalten worden und musste schließlich im Cross den Hut ziehen.

Karascada will nach Kentucky

Kai-Steffen Meier rang Karascada M eine für ihre Verhältnisse achtbare 54-er Dressur ab und war ansonsten schnell und Null, was am Ende den 7. Drei-Sterne-Platz bedeutete. Damit dürfte das Paar wieder enger in die Endauswahl für das WM-Aufgebot gerückt sein. In Aachen musste die Heraldik xx-Tochter das Cross von außen ansehen. Die Stute hatte ein dickes Bein und war kurz krankgeschrieben.

"Nicht um jeden Preis schnell"

Kai Rüder und Leprince des Bois wahrten in Malmö auch ihre Rehabilitierungschance: Der Hengst war mit seiner 43er Dressur sicher nicht ausgereizt. Im Cross sammelte das Paar einige Zeitfehler, was aber auch auf die Order des Bundestrainers zurückgeht. Hans Melzer im buschreiter-Interview: "Simone und Kai sollten im Gelände nicht um jeden Preis schnell reiten." Und dass der Holzprinz mit Kai Rüder zwei Abwürfe im Parcours hatten, täuscht etwas darüber hinweg, dass der Hengst nach Einschätzung des Bundestrainers "sehr gut sprang". Eine optimale Abreitephase hatte das Paar nach Angaben von Hans Melzer nicht: Kai Rüder wollte sich mit dem Hengst etwas vom turbulenten Abreiteplatz fernhalten und unterschätzte dann den vergleichsweise schnellen Ablauf des Springens. Vor dem Einreiten waren deshalb nur wenige Sprünge möglich – eine nicht ganz optimales Management, wie Hans Melzer meinte.

Eine Erfolgsgeschichte für sich ist das hervorragende Abschneiden des letztjährigen Weltmeisters der jungen Vielseitigkeitspferde bei den Siebenjährigen, Saaten-Unions Charlie Weld, der mit Kai Rüder einen glänzenden 5. Platz belegt hat.

Zum Tiefstapeln zu gut

Frank Ostholts Mr. Medicott sah in Malmö nur das Dressurviereck (46.8), was auch so geplant war. Und Andreas Dibowski ritt FRH Fantasia fantastisch auf den 4. Platz. Mit diesem Pferd wird Dibo auch bei der Deutschen Meisterschaft in zwei Wochen in Schenefeld antreten; und jetzt darf man gespannt sein, ob es angesichts dieser Leistung tatsächlich so "unwahrscheinlich" ist, dass das Paar eine Titelchance beim nationalen Championat hat, wie Andreas Dibowski vor Malmö im buschreiter-Interview geäußert hatte.

Für Burghley optimal vorbereitet

Bundestrainer Hans Melzer trauert mit Blick auf WM-Chancen etwas Marina Köhncke und Calma Schelly nach, die in Malmö trotz einer flüchtigen Vorbeiläufers sogar noch platziert (10.) waren, indem sie trotz der 20 Punkte fast die Optimum Time erreichten. Das Paar sei nun für die geplante Vier-Sterne-Teilnahme in Burghley "top vorbereitet". Er bedauerte, dass das Pferd wegen einer Chip-Operation im Frühjahr den Saison-Einstieg nicht ganz planmäßig geschafft habe. Melzer: "Sonst hätten die beiden sicher eine Chance gehabt, auf die Longlist zu kommen."

Ingrid Klimke reitet in Schenefeld

Und der Teamchef betonte im buschreiter-Interview, dass Ingrid Klimke trotz des Bänderrisses in Schenefeld sicher am Start sein werde – woraus man schließen darf, dass auch die amtierende Deutsche Meisterin mit FRH Butts Abraxxas weiter im WM-Rennen ist.

Das Weltcupturnier war fest in deutsch-schwedischer Hand. Mit 14 Paaren stellten die Deutschen nicht nur das größte Kontingent innerhalb der 49 Starter, sondern mit sechs Reitern unter den ersten Zehn auch das erfolgreichste.

Hier der vielleicht begehrteste Link des Wochenendes: Ergebnisse Malmö

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Dibo und Fantasia sind zwei Wochen vor Schenefeld sehr gut aufgelegt (Archivfoto Julia Rau)