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Dirk Schrade und King Artus gaben Felix Vogg und Onfire das Nachsehen (Fotos Wolf-Dietrich Nahr/buschreiter.de)

CIC** Radolfzell 2011

Schrade fängt Felix Vogg und Onfire ab

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Das war ein Wimpernschlag-Finale ganz nach dem Geschmack des Publikums: Wegen eines wie immer ziemlich überflüssigen Abwurfes unterlag der Nachwuchs-Eventer Felix Vogg mit Onfire bei seinem Heimturnier in Radolfzell dem Profi Dirk Schrade, der King Artus im CIC** zum Sieg ritt. Bilderbuch 1 Bilderbuch 2 Bilderbuch 3

Overnight Leader und Dressursieger Felix Vogg konnte seinen hauchdünnen 0.8-Punkte-Vorsprung nicht in die Goldschleife ummünzen und musste sich mit dem 2. Platz begnügen. Nach Kreuth hat Schrade King Artus bei einer weiteren Zwei-Sterne-Prüfung zu Sieg pilotiert.

Auf den Plätzen folgten Freya Füllgraebe/Oje Oje und der schweizerische Eventer Sebastian Poirier, der mit Tarango du Lully CH damit eidgenössischer Vielseitigkeitsmeister bei den Senioren wurde. Ein Kuriosum im internationalen Vielseitigkeitssport: Das nationale Championat der Schweiz findet nur fast in der Alpenrepublik statt, denn Radolfzell liegt zwar nahe der schweizerischen Grenze, aber das Gut Weiherhof ist eindeutig in Baden-Württemberg situiert.

Großer Grenzverkehr

Die traumhaft gelegene Anlage der Familie Vogg im idyllischen Hügelland am Bodensee ist aber ohnehin viel frequentierter Trainingsstützpunkt der schweizerischen Buschreiter. Nicht nur wegen des anstehenden Championates war der Andrang aus der Schweiz im CCI* und im CIC** sehr groß.

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Schweizer Meister: Sebastian Poirier und Tarango de Lully CH (Fotos Nahr)

Das wirklich prominente Aufgebot deutscher Top-Eventer hielt sich in Radolfzell mit Dirk Schrade durchaus in Grenzen. Unter den Startern war immerhin der zweimalige Boekelo-Gewinner Dr. Jörg Bodenmüller. Auch Jennifer Eicher aus der Schweiz hat schon viele internationale Startboxen gesehen. Die Championatsreiterin Tiziana Realini wertete das Feld ebenfalls auf – wenngleich sie im Zwei-Sterne-Cross glücklos blieb.

Selektives Gelände

Starker Eindruck aus dem Geländetag im CIC**: Tollen Sport gesehen zu haben, ist eine wohlfeile Formel, stimmt aber für den Samstag in Radolfzell. Course Desiger Rüdiger Rau ist es gelungen, eine anspruchsvolle, aber reitbare Geländestrecke auszuweisen, die sich sowohl bei der Zeit als auch hinsichtlich der Hindernisanforderungen als selektiv entpuppen sollte. 17 Paare der 43 Kombinationen in der Wertung tasteten die Optimum Time nicht an. Mehrere schmale und technische Elemente trennten Spreu vom Weizen. 4c am Absprung-Komplex und 9b nach dem ersten Wasser stellten hohe Anforderungen an die Rittigkeit, was auch mehreren erfahrenen Jockeys 20 Punkte einbrachte.

Drei Sterne in 2012?

Parcourschef Rüdiger Rau produzierte mit den bildschön und sehr aufwendig gebauten Hindernissen einen sehr positiven Gesamteindruck: Die Profis waren gefordert und auch durchschnittliche Paare hatten die Chance, eine gute Leistung abzuliefern und die Pferde am Anfang der Saison motiviert die Heimreise antreten zu lassen. Rau hat sich eindeutig dafür empfohlen, in der Saison 2012 in Radolfzell eine Drei-Sterne-Strecke zu konzipieren.

Einziger Wermutstropfen: Wenn sechs Paare in einer Zwei-Sterne-Prüfung im Parcours ausscheiden, dann muss etwas schiefgelaufen sein.

Vater, Sohn, Brüder

Radolfzell hatte in diesem Jahr eine besondere „familiäre“ Note: Am Start waren nicht nur drei Vogg-Brüder Felix, Ben und Christian. Im CIC** traten quasi auch Vater und Sohn gegeneinander an: Der vormals in Burghley platzierte Hans-Heinrich Held pilotierte Banner trotz eines Stehers an 4c schnell durchs Cross und wurde 30. Sohn Fabian Held war im Gelände schnell und fehlerfrei und am Ende mit Santiago (8.) hochplatziert.

Den CCI* gewann Jutta Reutter im Sattel von FBW Sentinel. Baden-Württembergische Meisterin bei den Junioren wurde Marisa Braig/It's Midnight. Das Regionalchampionat bei den Jungen Reitern gewann Local Hero Felix Vogg mit Onfire.

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Ergebnisse: CIC** CCI*

Schweizerische Meisterschaft

Ba-Wü/Junioren

Ba.-Wü./Junge Reiter

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Dr. Jörg Bodenmüller pilotierte Lucca IV durchs Cross