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La Biosthetique Sam FBW Neue Details: Ein Herzgeräusch und ein Leasingangebot VON WOLF-DIETRICH NAHR Die Verhandlungen über die sportliche Zukunft und die künftigen Eigentumsverhältnisse des Weltmeisterpferdes Sam sind zunehmend in die Sackgasse geraten: Während Sabine Kreuter weiter am geplanten Verkauf ihrer 60-Prozent-Anteile festhält, strebt das DOKR mit insgesamt drei Geldgebern im Hintergrund ein Leasingmodell an. Zusätzlich verkompliziert sich das Fall Sam dadurch, dass ein Tierarzt angeblich ein Herzgeräusch festgestellt hat, das aber nach eingehender Nachuntersuchung die Leistungsfähigkeit des Vollblüters in keiner Weise mindern soll. Joachim Jung, Chef des Ausbildungs- und Weltmeisterstalls sowie Vater von Michael Jung, ist noch Tage nach den ersten Medienveröffentlichungen regelrecht aufgebracht: "Eine Riesensauerei", schimpft Joachim Jung im buschreiter-Interview. Er vermutet, dass der komplette Bericht einer veterinärmedizinischen Untersuchung von Sam einer der beiden großen Reitsport-Zeitschriften aus unbekannter Hand zugespielt worden ist. "Von unserer Seite war dies definitiv niemand", sagte Joachim Jung. Er erwägt nun sogar rechtliche Schritte gegen diese Indiskretion. Denn per anwaltliche Vereinbarung war zwischen allen Beteiligten abgesprochen, dass Verhandlungsdetails und insbesondere der Komplex Herzgeräusch ausschließlich intern behandelt werden. Zankapfel Weiterverkauf Doch die angeblichen Gesundheitsprobleme von Michael Jungs Weltmeisterpferd stehen zumindest aus der Sicht von Sabine Kreuter im Zusammenhang mit den stockenden Verkaufsverhandlungen: Ein Kaufvertrag über die Übernahme der 60 Prozent durch das DOKR und zwei Sponsoren des Verbandes sowie einen Förderer der Familie Jung war vor dem Jahreswechsel hauptsächlich daran gescheitert, dass Sabine Kreuter ausdrücklich einen Weiterverkauf des Weltpferdes vertraglich ausschließen wollte. "Ich will nicht, dass es eines Tages heißt, der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen, und das Pferd dann als Lehrpferd für den Zwei- und Drei-Sterne-Bereich weiterverkauf wird", sagte Sabine Kreuter am 8. Januar im buschreiter-Interview. Der DOKR-Verhandlungsführer Reinhard Wendt hatte zuvor schon eine solche Klausel aus Satzungsgründen ausgeschlossen (buschreiter berichtete ausführlich: Hier lesen). Ein "Zufallsbefund" Bei einer Ankaufsuntersuchung – der Sabine Kreuter nach eigener Darstellung ausdrücklich die Zustimmung verweigert hatte, weil ein Kaufvertrag ja noch nicht unterschrieben ist – durch den Vielseitigkeits-Mannschaftstierarzt Dr. Carsten Rohde sei dann laut Joachim Jung als "Zufallsbefund" ein Herzgeräusch festgestellt worden. Laut Internet-Bericht der Reiter-Revue sei angeblich ein "systolisches Herzgeräusch dritten Grades" festgestellt worden. Nach Recherchen von buschreiter.de sagt aber ein solches Herzgeräusch, das etwa die Lautstärke wie der Herzschlag selbst hat, nichts über die sportliche Leistungsfähigkeit oder deren Einschränkung aus. Nur eine Ultraschalluntersuchung des Herzens lasse eine dann aber ziemlich abschließende Aussage über die Einsatzfähigkeit des Pferdes zu, so der tierärztliche Experte im buschreiter-Interview. "Uneingeschränkt einsetzbar" Eine solche Ultraschalluntersuchung sei dann in der Pferdeklinik Dr. Ulrich Walliser in Kirchheim in Baden-Württemberg erfolgt, berichtete Joachim Jung im buschreiter-Interview. Während Dr. Walliser selbst kein Herznebengeräusch habe feststellen können, habe sich beim Ultraschall letztlich herausgestellt, dass Sam "uneingeschänkt zu 100 Prozent im Leistungssport einsetzbar" sei, so Joachim Jung. Auch eine weitere Herz-Ultraschalluntersuchung durch eine vom DOKR beauftragte Herzspezialistin im Stall Jung habe zu keinem anderen und "identischen Ergebnis" geführt. "Bis ins hohe Alter" Joachim Jung im buschreiter-Interview: "Für mich als Vater und als Chef eines Ausbildungsstalls war es wichtig, dass Michael den Sam weiterreiten kann, ohne dass Reiter oder Pferd gefährdet sind, beide Tierärzte sind der Meinung, dass Sam bis ins hohe Alter laufen kann." Auch die Noch-Eigentümern des 60-Prozent-Mehrheitsanteils, Sabine Kreuter, pocht auf ihrer Internetseite entgegen anderslautenden Medienberichten darauf, dass das Herzgeräusch bei Sam "keinen Einfluss auf die Leistung und den Einsatz im Sport" habe. Sabine Kreuter erklärte außerdem im buschreiter-Interview, sie habe vom FN-Veterinär Dr. Rohde die mündliche Auskunft erhalten, dass bei den Weltereiterspielen bei Sam ein solches Geräusch nicht festgestellt worden sei. Eine schriftliche Bestätigung dieser Aussage habe sie von Rohde bisher nicht erhalten. Auch eine eigene tierärztliche Untersuchung während der Tage des "Heimaturlaubes" im Stall Kreuter – er wurde aufgrund einer Einstweiligen Anordnung auf Veranlassung der Familie Jung abgebrochen – hätten sich keinerlei Hinweise auf Herzprobleme ergeben. Sabine Kreuter: "Alle Untersuchungen, auch die Röntgenbilder, haben gezeigt, dass Sam 100 Prozent gesund ist." Zwei Nachuntersuchungen Der DOKR-Verhandlungsführer Reinhard Wendt war am Samstag für buschreiter.de nicht erreichbar. Nach Darstellung von Joachim Jung habe man sich gemeinsam mit dem DOKR darauf verständigt, ab dem 1. Januar 2011 Ratenzahlungen bis zu einer ersten Nachuntersuchung von Sam anzubieten. Bis dahin hätte sich an den Eigentumsverhältnissen 60 Prozent Sabine Kreuter/40 Prozent Familie Jung nichts geändert. Nach dieser Untersuchung nach einem halben Jahr wäre dann quasi eine Ballonrate, also ein größerer Betrag, fällig geworden. Erst danach sollten sich die Eigentumsanteile Richtung DOKR/Sponsoren verhändern; Joachim Jung wollte Details im buschreiter-Interview aber nicht nennen. Die Ratenzahlungen sollten dann bis zu einer zweiten Nachuntersuchung weitergehen. Weder Joachim Jung noch Sabine Kreuter machten Angaben über den gesamten Kaufpreis. Dem Internetbericht der Reiter-Revue ist aber zu entnehmen, dass bis Ende 2012 angeblich 460.000 Euro fließen sollten. "Das kommt für mich nicht in Frage" Aber dieses Modell steht nur auf dem Papier. Eine Einigung ist offenbar nicht in Sicht. "Ein Leasing kommt für mich nicht in Frage, das DOKR kann die Anteile kaufen oder nicht, ich bekomme sonst nur Geld, wenn das Paar erfolgreich an Prüfungen teilnimmt, das komplette Gesundheits- und Erfolgsrisiko sollte bei mir liegen, aber das kommt für mich nicht in Frage", sagte Sabine Kreuter im buschreiter-Interview. "Preis weit unter Wert" Der Mehrheitseigentümerin kann nach eigener Aussage das Pferd an Dritte ohne Einwilligung der Familie Jung nicht verkaufen. Sie sei inzwischen bereit, Sam zu einem "Preis weit unter dem Wert des Anteils" zu veräußern. Sie stützt sich dabei auf eine Wertermittlung, die Rechtsanwalt Gerd W. Sickinger, ein öffentlich bestellter Sachverständiger für die Ermittlung von Pferdewerten, im Zuge des Rechtsstreits um den Aufenthalt von Sam für die Familie Jung erstellt hat. Der damalige Schätzpreis ist bisher nicht genannt worden. Pattsituation beklagt Wie geht es nun weiter? Joachim Jung sprach am Samstag (8. Januar) von einer "Pattsituatiuon": "Sie kann ohne uns mit dem Pferd nichts machen und wir können ohne sie nichts machen." Sabine Kreuter hingegen kündigte an, dass sie wiederum das Gespräch mit Interessenten im Ausland suchen werde, die nach wie vor an Sam interessiert seien und die sie bisher habe "hinhalten" müssen. "Die Chancen sind nicht sehr groß, dass dann das Pferd in Deutschland bleibt. An seiner Qualität hat sich nichts verändert, er ist immer noch völlig einsatzfähig und weist eine Top-Ankaufsuntersuchung auf." So berichtete buschreiter.de bisher: Verhandlungspartner gehen in die Öffentlichkeit Rechtlicher Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag ist umfassend urheberrechtlich geschützt und darf nur im Rahmen der rechtlich gesicherten Regeln und nur streng auszugsweise zitiert werden – und das nur mit ausführlicher Quellenangabe: Wolf-Dietrich Nahr/www.buschreiter.de – im Internet mit einem entsprechenden Link. Jede extensive Übernahme des Textes – mit oder ohne Quellenangabe – ohne vorherige Rücksprache und Erlaubnis (mit) der Redaktion (verlag-nahr@buschreiter.de) zieht umfassende rechtliche Schritte bzw. Honorarforderungen nach sich. buschreiter.de genießt umfassenden medienrechtlichen Rechtsschutz bei der Verfolgung von Verstößen. |
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