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Triumphierten in Schenefeld: Julia Mestern und FRH Schorsch sind Deutsche Meister (Foto Wolf-Dietrich Nahr)

Schenefeld 2010/Deutsche Meisterschaft/Weltcup

Neue Titelträgerin macht schon Pläne für 2011

VON WOLF-DIETRICH NAHR

In einem packenden Finale hat Julia Mestern mit FRH Schorsch mit einer Nullrunde im Parcours des CIC*** in Schenefeld zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Michael Jung gelang es nicht, die Amazone mit einer Nullrunde mit Weidezaunprofi's River of Joy unter Druck zu setzen. Er musste sich mit einem hauchdünnen 0.2-Punkte-Abstand mit dem Vizemeistertitel zufriedengeben. Allerdings schaffte Jung das Kunststück, drei Pferde direkt hinter dem Gewinnerpaar zu platzieren – außer River of Joy noch sein WM-Pferd Sam und Leopin. Dennoch bekam der Baden-Württemberger keine zweite Championatsmedaille, weil nur das beste Pferd eines Reiters für die Meisterschaft zählt. Den Bronzerang sicherte sich so Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas.

"Er ist sensationell"

Julia Mestern hatte nur zwei Vorbereitungsturniere zur Verfügung, um Schorsch in Top-Verfassung zu bringen, weil sich als Folge eines Beinbruchs am Anfang der Saison lange pausieren musste. "Wir waren nicht so angestimmt, er war im Parcours sehr heiß und ich kam nicht so durch, aber er ist sensationell, er will einfach keinen Fehler machen."

"Von hinten reinschummeln"

Das zweifache Gewinnerpaar des CCI*** Boekelo hat in dieser Saison andere Pläne: "Wir müssen neues Land erkunden", sagte die Amazone und kündigte unmittelbar nach dem Meisterschaftsritt an, dass sie beim CCI*** im englischen Blenheim antreten will. Die Perspektive ist sicher, ganz nach oben in den Spitzensport durchzustoßen. "Voraussetzung ist ein gutes Ergebnis bei einer Vier-Sterne-Prüfung, vielleicht eine Platzierung, und dann wollen wir uns von hinten reinschummeln." Saisonziel für 2011 ist für die Deutsche Meisterin ausdrücklich die Europameisterschaft in Luhmühlen.

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Sie hielt den Druck aus, blieb mit FRH Schorsch über die 15 Sprünge des Parcours fehlerfrei und fiel im Ziel ihrem 14-jährigen Wallach um den Hals. Julia Mestern aus Sylfeld bei Bad Oldesloe war soeben deutsche Einzelmeisterin in der Vielseitigkeit geworden. „Da es erst mein zweites Turnier nach meinem Fußbruch war, war ich etwas unsicher“, sagte die 34jährige Pferdewirtin auf dem Abreiteplatz in die Mikrofone, „aber Schorsch hat das alles toll gemacht.“

Jung unwiderstehlich

Mestern hielt ihren Vorsprung aus Dressur und Gelände und blieb mit 39,00 Strafpunkten knapp vor Michael Jung (Horb), der so mit Weidezaunprofi's River of Joy (39,20) wie im Vorjahr Vizemeister wurde. Seine herausragende Stellung in der deutschen Buschelite bewies der 28jährige, dem die Weltcup-Verteidigung schon vor der letzten Serienstation Schenefeld sicher war (buschreiter.de berichtete), mit den Rängen drei und vier. Der EM-Dritte von Fontainebleau leistete sich weder mit La Biosthetique Sam (39,80) noch mit Leopin (47,00) einen Abwurf und verwies die letztjährige Meisterin Ingrid Klimke (Münster) mit Butts Abraxxas (47,60) auf Platz fünf.

"Zu sehr angespannt"

Den Grund für die drei Springfehler, die sich Simone Deitermann (Saerbek) zum Abschluss mit Free Easy einfing, fand Bundestrainer Chris Bartle. „Sie war zu sehr angespannt und hat das Pferd eingeengt. Beim CIC3* in Malmö sind die beiden eine tolle Nullrunde gegangen.“ Wer genau hinsah, konnte erkennen, dass dies nicht Simone Deitermanns Tag war: An mehreren Sprüngen fand sie nicht den optimalen Rhythmus, was sich negativ auf die Distanzen auswirkte.

Ihre Nominierung war insofern ebenso nachzuvollziehen wie die von Dirk Schrade (Sprockhövel), der mit Gadget de la Cere eine souveräne Vorstellung gab und die Schenefelder Weltcup-Aufgabe ohne Gelände- und Springfehler als Sechster mit 40,80 Strafpunkten beendete.

Zwei Ausländer in der Wertung

Nach dem der CIC*** zunächst 46 Nennungen auf sich gezogen hatte, waren am Ende16 Paare in der Wertung. Die einzigen Ausländer mit zählbarem Ergebnis waren übrigens die Schwedin Malin Larsson/Sofarsogood (15.) und der Weißrusse Aliaksandr Famninou/Ekstrakt (16.).

Der Derby Dynamic Cup für junge Pferde und Nachwuchreiter fand in Schenefeld seinen Abschluss: 1. Michael Jung/Weidezaunprofi's River of Joy, 2. Anna Siemer/Charlott, 3. Benjamin Winter/Wild Thing Z.

Platziert ist platziert

Nur aufmerksame Zuschauer bemerkten bei der Siegerehrung, dass zwei schleifendekorierte Eventer nach dem Einreiten nicht aufgerufen worden waren, aber deren reguläre Platzierung nach der Ausschreibung ist unangefochten: Anna Siemer/Charlott (10.) und Alfred Bierlein/Glendale (11.)

Letzterer dokumentierte wieder sein großes Talent und Potenzial: Er entschied mit Wild Thing Z den CNC*** für sich und schlug am Ende die vielfache Championatsreiterin Bettina Hoy, die nach Dressur und Gelände mit ihrem Hoffnungsträger Lanfranco TSF geführt hatte, aber auf vom Regen etwas gezeichneten Parcours-Gras nicht alles auf eine Karte setzte und mit einem Abwurf Winter den Vortritt lassen musste. Der Sieger platzierte außerdem in der "kleinen" Drei-Sterne sein weiteres Pferd Woolpit Amble (7.). In die Platzierungsränge ritt auch Julia Krajeweski ihre beiden Pferde After the Battle (3.) und Lost Prophecy (4.). An Ende waren 21 Paarungen in der Wertung des CNC***.

Michael Spethmann mit Tactic platziert

Und weil das Siegen so schön ist, nahm Michael Jung die Goldschleife im CIC** mit Vincent TSF mit nach Hause. Dr. Kirsten Thomsen ritt Master Boy auf Platz 2. Der 3. Rang ging an Julia Krajewski/Krispe B. Und das gibt es auch nicht alle Tage: Ein hochrangiger vormaliger Offizieller der Buschreiter-Szene, der mit seinem Pferd auf Zwei-Sterne-Niveau platziert ist: Michael Spethmann, früher Vorsitzender des DOKR-Vielseitigkeitsausschusses, beendete die Zwei-Sterne-Prüfung mit dem Pferd Tactic mit wenig Zeitfehlern im Cross und einem Abwurf im Parcour an Rang 8.

Dressur

Gelände

Bilderbuch 1/CNC

Bilderbuch2/CNC

Bilderbuch 1/CIC***

Bilderbuch 2/CIC***

Nominierung

Deutsche Meisterschaft

www.schenefeld-eventing.de