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Events 2012

Andreas Dibowski will mit FRH Fantasia (hier in Luhmühlen) in Schenefeld eine gute Figur machen (Foto Julia Rau)

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Schenefeld 2010/Vorschau

Hoffen auf mehr Resonanz aus dem Ausland

Für den Schenefelder Turnierleiter Hinrich Groth ist die Situation nicht neu. Den Nennungsschluss betrachten schon längst nicht mehr alle Reiter als Ende der Anmeldefrist. Insofern bleibt Groth auch angesichts eines unerwartet geringen internationalen Interesses an der Schenefelder Vielseitigkeit 2010 (26.-29. August) gelassen.

„Was die Zusagen der deutschen Teilnehmer anbelangt, bin ich sehr zufrieden. Der gesamte Championatskader tritt zur letzten Formüberprüfung vor den Weltmeisterschaften in Kentucky an und garantiert uns für die CIC*3-Weltcup-Prüfung hochkarätigen Sport“, sagte Groth. „Überrascht bin ich aber von der bislang geringen Resonanz aus dem Ausland. Das ist ungewöhnlich.“ Insofern rechnet Groth noch mit Nachzüglern für die mit 18 000 Euro dotierte Hauptprüfung. Bis dato reservierten Reiter aus sieben Nationen 39 Startplätze. Im vergangenen Jahr starteten letztlich 20 Reiter aus zehn Nationen.

Herausragender Athlet

Herausragender Athlet der Nennungsliste ist Olympiasieger Andreas Dibowski. Der 44-jährige Hamburger, der schon im Frühjahr in Badminton (CIC4*) als Zweiter mit seinem Olympiapferd Butts Leon beeindruckte und mit dem 13jährigen Hannoveraner jüngst beim CIC3* in Aachen zur siegreichen deutschen Nationenpreis-Equipe gehörte und in der Einzelwertung Platz zwei belegte, führt die FEI-Weltrangliste vor dem Engländer William Fox-Pit an.

"Beleg meiner erfolgreichen Arbeit"

„Das ist ein Beleg meiner erfolgreichen Arbeit“, bewertete die Nummer 1 der deutschen Buschszene das monatliche Ranking, in dem neben Dibowski noch fünf weitere Deutsche unter den besten 25 stehen. Frank Ostholt (Warendorf/25), Simone Deitermann (Saerbek/23), Kai Rüder (Blieschendorf/20) und Dirk Schrade (Sprockhövel/18) folgen aber noch nach Michael Jung (Horb/14). Der EM-Dritte von Fontainebleau, der 2009 die Weltcup-Gesamtwertung gewann, kommt als Führender der aktuellen Weltcup-Serie und als deutscher Vizemeister auf die Reitanlage Klövensteen. Eigentlich kann es Andreas Dibowski wahrscheinlich nicht mehr hören, dass er immer wieder auf die Serie von zweiten Plätzen angesprochen wird. Gegen einen Sieg hätte er zwischendurch nichts einzuwenden. Dass es ihm allerdings in Schenefeld gelingt, mit FRH Fantasia den Deutschen-Meister-Titel zu erringen, hält er "nach der Papierform eher für unwahrscheinlich", wie er im buschreiter-Interview sagte.

Sechs bekommen ein Ticket

Ob Jung die 50.000-Dollar-Prämie von Seriensponsor HSBC-Bank einstreichen kann, entscheidet sich am Sonntag nach dem Springen. „Dann nominieren wir auch die sechs deutschen Reiter für die WM in Kentucky“, sagte Holger Heigel, der Vorsitzende im Ausschuss Vielseitigkeit des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR). Während sich Titelverteidigerin Ingrid Klimke (Münster) gute Chancen ausrechnen darf , den WM-Titel von Aachen mit der deutschen Equipe in Lexington (30.9.-3.10.) verteidigen zu dürfen, wird Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike fehlen. Da sich sein Schimmel Marius Ende Juli in Strzegom (Polen) erneut am Fesselträger verletzte, konnte er die WM-Qualifikationsnorm nicht erfüllen. „Das Pferd wird medizinisch optimal versorgt und soll gesund werden. An sportliche Belastung ist derzeit nicht denken“, sagte Holger Heigel.

Zahl der Hindernisse verringert

Um das Wohl der Pferde ging es auch Geländeaufbauer Hinrich Groth bei den Veränderungen auf der Querfeldeinstrecke. „Die Verringerung der zu überspringenden Hindernisse im Reglement von 40 auf 36 hat mir Spielraum gegeben, mit den schwierigen Aufgaben später zu beginnen. Wir haben jetzt längere Galoppierstrecken zu Beginn der 4000 Meter, so dass die Pferde schnell ihren Rhythmus finden“, erläuterte Groth den Vorteil der neuen Linienführung.

Start und Ziel auf dem Turnierplatz

Auch die Zuschauer profitieren von dieser Novellierung. Weil jetzt Start und Ziel am Turnierplatz liegen, sind sie immer nahe am Geschehen und müssen keine großen Wege im Gelände zurücklegen.

Zusätzliche Besucherresonanz verspricht sich Turnierleiter Hinrich Groth von einer Programmerweiterung. Neben weiteren Vielseitigkeitsprüfungen, CNC3* (für 7-9jährige Pferde und/oder junge Reiter bis 25 Jahre) und den „Maritim Invest-Cup“ (CIC2*) gibt es auch vier hochkarätige Prüfungen für Springreiter. „Wir nutzen die Zeit am Sonnabend nach dem Geländetag und am Sonntag nach dem Springen und bieten unseren Besuchern zusätzliche Unterhaltung“, erklärte Groth.

Top-Springen im Rahmenprogramm

Es wird eine Youngster -Tour (M** und S*) und eine große Tour geben, deren Höhepunkt der „Große Preis von Schenefeld“ am Sonntag bildet. „Da erwarten wir die Elite aus Hamburg und Schleswig-Holstein, einschließlich Janne Friederike Meyer und Derbysieger Carsten-Otto Nagel“, sagte Groth. Das S**-Springen ist nämlich die letzte Station der Serie „Lotto 3plus1“, deren drei Punktbeste bei der Baltic-Horse-Show im Oktober in Kiel international reiten dürfen und die ersten 25 einen Platz in der Schleswig-Holstein-Tour erhalten.

www.schenefeld-eventing.com

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Buschreiter-Kommentar

Weltcup-Events im direkten Wettbewerb

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Nach den ärgerlichen Termin-Kollisionen der vergangenen Saison war man sich eigentlich sicher, dass es auf dem internationalen Parkett 2010 nicht wieder Überschneidungen geben würde, die einzelnen Weltcup-Events das Wasser abgraben würden. Der CIC*** in Schenefeld litt 2009 bekanntlich unter dem terminnah angesetzten Weltcup-Finale in Strzegom.

Bisher lag das Nennungsergebnis zwar deutlich über dem des vergangenen Jahres, aber der Schenefelder Veranstalter ist offensichtlich mit den bisher avisierten 39 Paaren nicht ganz zufrieden – und hofft auf Nachzügler, die sich vielleicht noch auf Schenefeld besinnen.

Es steht aber zu befürchten, dass es nicht sehr viel mehr Weltcup-Starter werden – was der Qualität der Prüfung keinen Abbruch tun muss. Kleine, aber hochklassige Felder sind gut für das Image des Sports und die Zuneigung des Publikums, siehe Aachen.

Und wo sind die Bewerber für Weltcup-Ehre und satte Preisgelder? Ein Blick auf den Terminkalender weitet nicht nur den Horizont, sondern auch den Hals: Genau eine (!) Woche vor Schenefeld gibt es Weltcup-Punkte im französischen Haras du Pin. Das die in England stationierten Profis lieber mal kurz über den Kanal hüpfen, statt den weiten Weg nach Hamburg anzutreten, ist wohl klar.

Hat da jemand bei der Terminplanung etwas gedacht oder eher nicht?

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